Brautentfuehrung

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Braut wird entführt
Entführung der Braut

Fast überall in Deutschland ist sie als Hochzeitsbrauch bekannt: die Brautentführung (auch Brautverziehen genannt). Dabei muss der Bräutigam irgendwann feststellen, dass seine Braut entführt wurde. So muss er sich auf die Suche nach ihr machen.

Meist sind es gute Freunde, die die Braut entführen. Diese bringen die frisch gebackene Ehefrau in ein anderes Lokal im gleichen Ort (oder ziehen von Kneipe zu Kneipe).
Dort wird gewartet und getrunken, bis der Bräutigam auftaucht. Wenn dieser seine Angetraute findet, muss er sie durch Zahlen der Zeche auslösen.


Damit die Hochzeitsgesellschaft nicht gespalten wird und der Bräutigam nicht stundenlang auf der Suche ist, gibt es inzwischen eine neuere Variante der Brautentführung.

Dabei wird die Braut nur in den Nebenraum verzogen und wartet und feiert dort mit den Hochzeitsgästen. Die Tische sind dabei jeweils mit einigen Flaschen Wein bestückt. Der Bräutigam wird hereingeführt (z.B. an Handschellen, mit einer Perücke auf dem Kopf) und muss nun verschiedene Aufgaben erfüllen, um seine Ehefrau wieder in die Arme nehmen zu dürfen. So muss er Lieder erraten, die vom Publikum angestimmt werden, auf einem Holzscheit knien und dabei angefangene Lieder ergänzen,…

Bräutigam wird hereingeführt
Bräutigam in Handschellen

Im Anschluss werden Spiele mit den Gästen gemacht. So werden zum Beispiel vom Brautpaar Gäste ausgewählt, die spontan Lieder zum Besten geben müssen (verboten sind Kinder- und Weihnachtslieder). Fällt einem kein Lied mehr ein oder wird ein Lied wiederholt, scheidet diese Person aus.

Übrigens: Die Brautentführung hat einen sehr pragmatischen Hintergrund. Diese Zeit wird nämlich vom Personal des Lokals dazu genutzt, die Tische für das Abendessen herzurichten.